Highlights 2026
Erfolge / Auszeichnungen / Preise
Hier sind unter anderem die wissenschaftlichen Erfolge in Form von Auszeichnungen und Preisen für Mitarbeiter und Studenten bzw. deren Arbeiten aufgeführt, die neben akzeptierten Veröffentlichungen und akquirierten Forschungsprojekten zu unseren Highlights zählen: 2025 2024 2023 2022 2021 2020 2019 2018 2017 2016 Archiv
Projekt GenerIoT in Istanbul mit dem ITEA Award of Excellence 2026 ausgezeichnet
Rostocker Forschungsteam für die Entwicklung vernetzter Geräte erneut prämiert
September 2026: Wie lassen sich vernetzte Geräte und Systeme schneller, zuverlässiger und einfacher entwickeln? 19 Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft haben dafür neue Software-Engineering-Methoden entwickelt. Für die erfolgreiche internationale Zusammenarbeit wurde das Projekt GenerIoT in Istanbul mit dem ITEA Award of Excellence 2026 ausgezeichnet. Die Universität Rostock steuerte unter anderem eine Simulationsumgebung bei, mit der sich das Verhalten vernetzter Systeme bereits vor dem Einsatz auf echter Hardware testen lässt.
Auszeichnung für internationale Spitzenforschung aus Rostock: Das europäische Forschungsprojekt GenerIoT (Generating and Deploying Lightweight, Secure and Zero-overhead Software for Multipurpose IoT Devices) ist in Istanbul mit dem ITEA Award of Excellence 2026 in der Kategorie Collaboration ausgezeichnet worden. Gewürdigt wird die Zusammenarbeit von 19 Partnern aus Wissenschaft, Industrie und Mittelstand aus Deutschland, Finnland, Österreich und Portugal.
Ziel des Projekts war es, die Entwicklung vernetzter Geräte und Systeme zu vereinfachen und zu beschleunigen. Solche Systeme verbinden beispielsweise Geräte, Sensoren und Software und müssen zuverlässig kommunizieren sowie langfristig aktualisiert und gewartet werden. Bislang werden Hardware, Software und Kommunikation häufig getrennt entwickelt, was Anpassungen aufwendig macht.
Ein gemeinsamer Ansatz für vernetzte Systeme
GenerIoT setzt auf automatisierte Prozesse über den gesamten Entwicklungs- und Wartungszyklus. Herzstück ist ein modellbasierter Systems-Engineering-Ansatz (MBSE): Ein gemeinsames, modular aufgebautes Modell bildet die Grundlage für Entwicklung, Test und Wartung. Daraus kann ein Programmcode automatisiert erzeugt werden. Das reduziert den manuellen Aufwand und hält Systementwurf und Software konsistent.
Die enge Zusammenarbeit der 19 Partner war dafür entscheidend. Bereits zu Projektbeginn verständigte sich das Konsortium auf SysML 2.0 als gemeinsame Modellierungssprache. Auf dieser Basis entstanden Methoden, Werkzeuge und Demonstratoren für unterschiedliche Anwendungsfelder. Diese Zusammenarbeit wurde mit dem ITEA Award of Excellence for Collaboration gewürdigt.
Virtuelle Prototypen aus Rostock
Einen maßgeblichen Beitrag leistete das Institut für Angewandte Mikroelektronik und Datentechnik (IMD) der Universität Rostock. Für den sogenannten GenerIoT-DevOps-Prozess entwickelte das Institut ein spezialisiertes Simulations-Framework.
Damit kann bereits während der Entwicklung dieselbe Software in einer detailgetreu nachgebildeten Netzwerkumgebung ausgeführt werden, die später auf dem realen System zum Einsatz kommt. So lassen sich schwierige Einsatzbedingungen, etwa Störungen in stark ausgelasteten Funkbändern, frühzeitig und realitätsnah untersuchen.
Die mit diesen sogenannten virtuellen Prototypen gewonnenen Simulationsergebnisse können automatisiert in den Entwicklungsprozess zurückfließen. Dadurch lassen sich Architekturentscheidungen bereits vor dem Einsatz auf realer Hardware überprüfen und komplexe Systeme schneller und umfassender testen.
Ergebnisse für Industrie und Forschung
Die Ergebnisse von GenerIoT wirken über das Projektende hinaus. Mehrere Industriepartner haben Entwicklungen bereits in marktreife Produkte und gewerbliche Plattformen überführt. Zentrale Technologien wurden zudem als Open Source veröffentlicht und fließen in die weitere Etablierung von SysML 2.0 ein.
Auch die Zusammenarbeit der Partner wird fortgesetzt. Aufbauend auf den entwickelten Methoden und Plattformen wollen sie die automatisierte Entwicklung vernetzter Systeme weiter vorantreiben – künftig unter anderem im Zusammenspiel mit Methoden der generativen Künstlichen Intelligenz.
Projektförderung
Das Projekt GenerIoT wurde im Rahmen von ITEA gefördert. ITEA bringt eine große internationale Community zusammen und ermöglicht die Zusammenarbeit in geförderten Projekten, die innovative Ideen in neue Geschäftsmöglichkeiten, Arbeitsplätze, wirtschaftliches Wachstum und gesellschaftlichen Nutzen überführen.
Mehr Infos unter: www.itea4.org
Finanziell unterstützt wurde das Projekt durch die FFG, Business Finland, das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt sowie die ANI – Agência Nacional de Inovação.
Kontakt:
Fakultät für Informatik und Elektrotechnik der Universität Rostock
Institut für Angewandte Mikroelektronik und Datentechnik
M.Sc. Benjamin Beichler / Dr. Frank Golatowski
Tel.: +49 381 498-7278 / +49 381 498-7250
benjamin.beichler@uni-rostock.de / frank.golatowski@uni-rostock.de
MemrisTec Summer School vom 30.8. - 7.9.2026 in Rostock
Lehrstuhl InSy (Integrierte Systeme) als Mitorganisator der fünften MemrisTec Summer School
August/September 2026: Der Kernfokus der MemrisTec Summer School liegt auf Memristoren. Memristoren sind speicher- und rechenfähige nanoelektrische Bauelemente. Ihre spezifischen Eigenschaften ermöglichen es, dass deutlich mehr Speicher als bisher auf engstem Raum integrierbar ist und neuartige, biologisch inspirierte Netzwerke zur Informationsverarbeitung geschaffen werden können.
Dadurch entstehen elektronische Schaltkreise, deren Leistungsfähigkeit erheblich größer ist als die konventioneller Halbleiterlösungen. Diese hocheffizienten und schnelleren Speichertechnologien sind besser als herkömmliche Technologien in der Lage, die Herausforderungen des Internets der Dinge zu meistern. Aufgrund ihrer hohen Effizienz und geringen Größe lassen Memristoren auch die Entwicklung von hochgradig empfindlichen Biosensoren zu, die insbesondere für die Medizintechnik interessant sind.
Mit solchen Sensoren können beispielsweise Krebszellen in geringer Konzentration sehr sensibel detektiert werden. Memristoren sind zudem besonders für die Darstellung des Lernverhaltens von Synapsen in neuromorphen elektronischen Systemen, also der Entwicklung künstlicher Gehirne, hervorragend geeignet. D.h., künftig können Computer entstehen, die mit Memristoren „denken“ und „lernen“ können. Darüber hinaus ist eine Vielzahl weiterer Anwendungsmöglichkeiten denkbar.
Weitere Informationen: https://memristec.de/summerschool-2026/
Neuer Professor am Institut
Professur für "Emerging Computing Technologies and Architectures" neu besetzt
August 2026: Mit Wirkung zum 01.08.2026 wurde Herr Jun.-Prof. Dr.-Ing. Chirag Sudarshan zum Juniorprofessor ernannt. Er übernimmt die W1-Professur für "Emerging Computing Technologies and Architectures" an der Fakultät für Informatik und Elektrotechnik und war zuvor Postdoktorand am Forschungszentrum Jülich.
Wie sieht das Krankenhaus der Zukunft aus?
6G für die Medizin von morgen: Universität Rostock präsentiert intelligente Vernetzung beim Connected Health Summit 2026


März 2026: Beim Connected Health Summit in Leipzig zeigte das Team der Universität Rostock eindrucksvoll, wie 6G-Technologie die Patientenversorgung revolutioniert. Im Zentrum stand ein innovatives Lokalisierungssystem, das Ärztinnen und Ärzten wertvolle Zeit schenkt und Daten genau dort verfügbar macht, wo sie gebraucht werden: direkt am Krankenbett.
Nach drei Jahren intensiver Forschung im bundesweiten Projekt „6G-Health“ präsentierten die Wissenschaftler Fabian Kummer und Benjamin Rother vom Institut für Angewandte Mikroelektronik und Datentechnik (IMD) der Universität Rostock die Projektergebnisse. Gemeinsam mit 19 Partnern aus Forschung und Industrie demonstrierten sie am Innovation Center Computer Assisted Surgery (ICCAS), wie eine lückenlose digitale Versorgungskette Realität wird – von der Aufnahme bis zur Nachsorge im eigenen Zuhause.
Lokalisierung als Schlüssel: Informationen kommen zum Arzt, nicht umgekehrt
Das Herzstück des Rostocker Beitrags ist ein von Fabian Kummer und Benjamin Rother mit großem Engagement entwickeltes, BLE-basiertes Lokalisierungssystem. Die Technologie ermöglicht Anwendungen, die den Klinikalltag massiv vereinfachen:
- Intelligente Visite: Das System erkennt automatisch, wenn ein Arzt das Zimmer betritt. Ohne einen einzigen Tastendruck oder manuelles Suchen erscheinen die relevanten Patienteninformationen sofort auf dem Tablet oder AR-Display.
- Sicherheit und Orientierung: Die präzise Ortung ermöglicht eine zuverlässige Sturzerkennung und hilft Patienten via Augmented Reality (AR), sich im Klinikgebäude zurechtzufinden.
- Effizienz: Medizinische Geräte lassen sich dynamisch zuweisen und jederzeit im Haus lokalisieren.
Das Projekt demonstriert das Potenzial künftiger Mobilfunkgenerationen für die Medizintechnik. „Unser Fokus lag darauf, die technologischen Möglichkeiten von 6G so zu nutzen, dass sie klinische Abläufe spürbar unterstützen“, erklärt Projektleiter Frank Golatowski. „Die Demonstration zeigt, wie hochpräzise Lokalisierung dazu beitragen kann, den administrativen Aufwand am Krankenbett zu reduzieren und Prozesse im Krankenhausalltag effizienter zu gestalten.“
Über das Projekt 6G-Health
Das Forschungsprojekt wurde vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) mit rund 12,87 Millionen Euro gefördert. Unter der Konsortialführung des ICCAS (Universität Leipzig) und des Vodafone Tech Innovation Center Dresden hat die Universität Rostock gemeinsam mit den Partnern wichtige Meilensteine erreicht, um moderne Kommunikationstechnologien in internationale medizinische Standards zu überführen.
Weitere Informationen: Forschungsprojekt 6g-health-bmbf



